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Slam Poetry zwischen Kreativem Schreiben und Produktionsorientierten Verfahren

Lernbereich Schreiben Im Lernbereich Schreiben sollen Schüler vor allem Texte verfassen, die situations- und adressatenorientiert ausgelegt sind und mit deren Hilfe sie kommunizieren, darstellen und reflektieren können: Dem Schreibanlass und Auftrag entsprechende Texte verfassen sie eigenständig, zielgerichtet, situations- und adressatenbezogen und gestalten sie sprachlich differenziert, wobei sie sprachliche Mittel gezielt und überlegt einsetzen. Sie beherrschen die zentralen Schreibformen und gestalten ihre Texte sprachlich und stilistisch stimmig, verfassen sie unter Beachtung von Strategien zur Fehlervermeidung und mit Hilfe eines Wörterbuches weitgehend fehlerfrei, schätzen sie selbstkritisch ein und überarbeiten sie gegebenenfalls. Im produktiven Umgang mit Sprache entwickeln sie eigene Ideen und bringen sie gestalterisch zum Ausdruck. In den Bildungsstandards werden Teilkompetenzen gefordert, die im Poetry Slam explizit und implizit angelegt sind: Slam Poetry ist ausschließlich selbst verfasst und ausgesprochen publikumsorientiert. Sprachliche Mittel werden gezielt eingesetzt, um das Publikum zu unterhalten oder zum Nachdenken anzuregen. Auch wenn Kunst zweckfrei und daher nicht zielgerichtet ist, arbeitet der Slam Poet auf eine gute Rückmeldung des Publikums hin. Die sprachliche und stilistische Gestaltung orientiert sich an der Themenstellung. „Zentrale Schreibformen“ können durch Anhören erfolgreicher Slam-Texte selber ermittelt werden. Grundsätzlich reichen die beiden Grundregeln – Zeitlimit und kein Gesang – zur Gestaltung des eigenen Auftrittes. Der Slam-Poet geht teilweise über die im Lernbereich genannten Kompetenzen hinaus: So sind der Schreibanlass und der Schreibauftrag direkt von der kulturellen Praxis vorgegeben. Der Lehrer als Vermittler des Schreibauftrages entfällt, denn Jugendliche orientieren sich bestenfalls selbst an den erfolgreichen Slam-Texten und den Terminen der öffentlichen Bühnen. Meist fungieren jedoch die Workshopleiter in der Rolle der Vermittler. Die selbstkritische Einschätzung und Überarbeit erhält wiederum große Unterstützung durch das Publikum und andere Slam-Kollegen, das heißt durch die Community ((vgl. Schülerzitate)). Die Fehlervermeidung spielt zunächst keine Rolle, da die Texte nur vorgetragen werden. Durch Abdruck in Anthologien und in den Foren sind Jugendliche auch in dieser Kompetenz gefordert, die jedoch kaum beachtet wird ((vgl. Schüleraussagen)). ((Zitat Lauterburg, endlich keine Fehlersuche, mail von mai 2007)) Die folgenden Schreibfertigkeiten sind bei der Slam Poetry zentral: - Wortverwandtschaften suchen - einen Schreibprozess eigenverantwortlich gestalten - gemäß der Zeitvorgabe (5-Minuten-Zeitlimit) einen Schreibplan erstellen, - sich für die angemessene Textsorte entscheiden und Texte ziel-, adressaten- und situationsbezogen, konzipieren, - Schreibkonferenzen/Schreibwerkstatt durchführen, - Portfolio (selbst verfasste und für gut befundene Texte, Beobachtungen in Form von Wertungen von anderen) anlegen und nutzen Die Trennung von argumentierend (erörtern, kommentieren), appellierend und gestaltend (erzählen, kreativ schreiben) schreiben verschwimmt ((vgl. Textanalyse Lara Stoll)). Lernbereich Slam Poetry zwischen Kreativem Schreiben und handlungs- und produktionsorientierten Methoden ((d) Orientierung am Schreiber)) a) In den USA stehen Poetry Slam-Workshops in der Tradition des Creative Writing . Creative Writing heißt das Schreiben, das dem Individuum bei der Entfaltung neuer Ausdrucksmöglichkeiten und Kommunikationsformen Wege zur Selbsterkenntnis eröffnet . In der Lehnübersetzung „Kreatives Schreiben“ ist es in der Deutschdidaktik in Form von Schreibaufgaben bzw. Impulsen eingeflossen, die „Schüler/-innen in der Gruppe aufgreifen können, um mit Hilfe literarischer Formen und Techniken ihren eigenen Gefühlen und Gedanken Ausdruck zu verleihen“. Ob beim Kreativen Schreiben jedoch literarische Bildung im Bereich der Produktion erreicht wird, soll eine der Leitfragen bei der Auswertung der Workshops in den USA und im deutschsprachigen Raum sein. Zur Analyse der entstandenen U20-Poetry Slam-Texte ist zu fragen, inwiefern sich die folgenden Anliegen des Kreativen Schreibens in den Texten widerspiegeln: Kreatives Schreiben ist grundsätzlich autobiografisch angelegt. Menschen, die sich schreibend definieren, sind in der Lage ihren Individuationsprozess und den des „ästhetischen Tuns“ zu aktivieren. Creative Writing hat den Anspruch, durch die Aktivierung der Imagination etwas Neues entstehen zu lassen. Es soll eine neue Sicht auf Bekanntes realisiert werden . Altes wird demzufolge neu bewertet. Diese neue Bewertung entwickelt sich, nach Auffassung von Spinner, aus der Bedeutung „kreativ“ zu sein. ((Zitat Schüler)). Vermittler von Workshops zum Kreativen Schreiben außerhalb der u20-Poetry Slam-Szene gehen grundsätzlich davon aus, dass das Schreiben guter Texte auf kreative Weise lernbar ist. Analyse Workshops USA: Das Anliegen der amerikanischen Workshop ist nicht allein ein guter Text, sondern und vor allem die Identitätsbildung (vgl. Kapitel xy), die auch in dem Claim „Because the next Generation can speak for itself“ deutlich wird. Jen Weiss geht noch einen Schritt weiter und plädiert für den Rückbezug auf die Surrealisten, um den Jugendlichen Zugang zu ihren unbewussten (Traum-)welten zu ermöglichen . Slam Poetry-Workshops in Deutschland ähneln den Schreibwerkstätten der Reformpädagogik: Wie bei dem „freien Schreiben“ können Poetry Slammer Thema, Ort und Zeit ihrer Texte frei wählen, auch das Schreibmaterial ist freigestellt. Zu der Wahl der Schreibgeräte kommt heute die Wahl des Mediums: Jugendliche können ihre Texte als Clip oder als Poetry-Doku im Internet veröffentlichen oder ihren Text als geschriebenes Produkt slammen oder in Foren setzen. Innerhalb der Live-Präsentation können Jugendliche zudem zwischen Freestyle, freiem Vortrag und Vorlesen wählen. Parallelen zum identitätsstiftenden Kreativen Schreiben spiegeln sich auch in den Anliegen der deutschsprachigen Workshopleiter wider: Lars Ruppel und Sebastian23 wollen das Selbstbewusstsein der Jugendlichen stärken , Alex Dreppec setzt auf Eigeninitiative und Bas Böttcher will den von ihm so genannten „Mehrwert“ , sprich die „neue Sicht auf die Dinge“, anstoßen. Auch die Anleitung zur Slam Poetry hat im deutschsprachigen Raum Anleihen aus dem Kreativen Schreiben. So verwenden die Workshopleiter neben den Clustermethoden von Rico gängige Schreibimpulse wie „Typisch ich“, „Wie ich Weihnachten überlebte“ , „Die Reise meines Opas zum Mars“, Schreiben an selbstgewählten Orten in der Natur etc., die dem Kreativen Schreiben zuzuordnen sind . Konkrete Schreibübungen wie die Formulierung von Punchlines, Sechszeilern (Aber eigentlich ... ), Binnenreimfolgen (Wordshop) und Schüttelreimen sind heute als moderne, dem Rap nahe Formen bekannt. Im Kreativen Schreiben werden Schreibspiele aus der Antike eingesetzt, die ganz ähnlich funktionieren: Durch das Schreiben von „Epigrammen“ (pointierte lyrische Kleinform), „Xenien“ (kurzes Sinngedicht) oder „Aphorismen“ (in sich geschlossener Sinnspruch) sollen Schreiber mit wenigen Worten essenzielle Aussage treffen und Schreibblockaden gelöst werden. Auch Übungen aus dem DaDa sind Vorläufer der Slam Poetry-Übungen. Der ganzheitliche Ansatz des Creative Writing ist im Poetry Slam weitergeführt: Im Kreativen Schreiben wird das Erfahrene und Erlebte zu einer sprachlichen Form gestaltet, sodass alle Sinne einbezogen sind: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen . Ebenso spricht Slampapi Marc Kelly Smith von der möglichst konkreten, alle Sinne einbeziehenden Machart der Slam Poetry. Konkrete Übungen zur Performance werden in Workshops jedoch nur implizit angeleitet. Üblicherweise lesen die Schüler/-innen ihre Texte laut vor . Um die Jugendlichen für Variationen in der Stimmung, Lautstärke und im Sprechtempo zu sensibilisieren, werden pragmatische Texte (Telefonbuch, das Alphabet, Formulare) in unterschiedlichen Genres (Krimi, Werbetext, Liebesroman etc.) inszeniert . Methoden des Improvisationstheaters bzw. des Theatersports sind weitere denkbare Zugänge zur Performance, die auch unmittelbar auf der Slam-Bühne eingesetzt werden . Die Annahme, dass „viele Schüler mit Beginn der Pubertät nicht mehr gerne Texte schreiben, die ihren Lehrern und Mitschülern Einblicke in ihre innere Welt erlauben“ , wird durch Slam Poetry relativiert: Die Jugendlichen, die freiwillig an den Slam-Workshops teilnehmen, sind begeistert davon, eigene Themen auf die Bühne zu bringen. ((Zitat Schüler)). Als Rollentexte wird Slam Poetry durch das Probehandeln in sensu reizvoll für Jugendliche. Sie müssen keine Innenwelten zeigen, können jedoch ihre Themen in ihrer Sprache vor Gleichaltrigen auf die Bühne bringen. Wie auch beim Kreativen Schreiben sind die inneren Welten, die Probleme und das Unbewusste von Jugendlichen in den Slam-Texten gestalterisch verpackt und symbolisch geschützt . Die Schreiber geraten – wie beim Kreativen Schreiben beobachtet – in eine Schreibmotivation, die wie ein Flow wirkt ((Zitate)). Es stellen sich wie beim Kreativen Schreiben sehr schnelle Erfolge der Schreibanfänger/-innen ein. Um diese Leichtigkeit im Schreiben nachhaltig zu bewahren, müssen kontinuierliche Schreibangebote gemacht werden: „Dennoch kommt es immer wieder vor, dass die (...) „AutobiografInnen“ die Kontrolle über ihren Schreibprozess verlieren und wieder in ihr ursprüngliches Schreibmuster zurückfallen, weil sie nicht in einen Entwicklungsprozess eintreten, der ihre individuelle „Kunst des Schreibens“ entfaltet.“ Slam Poetry erweitert die psychosoziale Komponente, dass ein autobiografisch tätiges Individuum Aufmerksamkeit und Beachtung findet, durch die Auftrittsmöglichkeit des Poeten bei einem Poetry Slam. b) Der handlungs- und produktionsorientierte Literaturunterricht ist „im Kern auf die kognitive und emotionale Auseinandersetzung mit bereits vorhandenen Texten ausgerichtet: Die literarische Produktion durch die Schüler/-innen hat dienende Funktion und ist nicht das eigentliche Ziel.“ In Aufgaben von Schulbüchern und in den Bildungsstandards werden Aufgaben des Kreativen Schreibens und produktionsorientierte Aufgaben zur Analyse von bestehenden Texten oft gemischt. ((Beispiele)) Die Schwierigkeiten in der schulischen Praxis liegen auf der Hand: Texte, die durch das Kreative Schreiben entstehen, haben keine Vorgaben und sind nach keinen Kriterien geschrieben worden. Textprodukte von Schüler/-innen werden jedoch – und oft ohne Transparenz der Kriterien des Lehrers – bewertet. Texte, die durch handlungs- und produktionsorientierte Verfahren entstehen, sind an die Vorlage gebunden und sollen diese durch Ausbildung von Vorstellungen oder durch Auseinandersetzung mit Merkmalen der literarischen Vorlage (zum Beispiel Aufbau, Reim, Wortfelder) analysieren. Die entstandenen Textprodukte werden jedoch nicht an der mit dem Text gezeigten Analysefertigkeit des Schreibenden gemessen, sondern an der Qualität des Originaltextes. Literarische Produkte, die gar nicht als Text verfasst sind, sondern zum Beispiel als Standbild, als nur mündlich dargebotene Rede oder als Podcast-Beitrag präsentiert werden, müssen schriftlich erklärt werden, um vergleichbar und fern vom Ort der Präsentation bewertet werden zu können. Diese Verschriftlichungen sind jedoch wieder andere Medien, vor allem pragmatische Texte (Protokoll, Beschreibung, Rede), die keine Aussagen über die literarische Kompetenz eines Schülers machen. Auf Rezeptionebene ist Slam Poetry bisher kaum als Analysegrundlage im Deutschunterricht genutzt worden. In Schulbüchern werden Slam-Texte zum Erproben von Rezitation , als Textgrundlage für Poetry Clips und als Beispiele für Gegenwartslyrik eingesetzt. Insgesamt ist eher das Veranstaltungsformat als die Texte selbst der Lerngegenstand. Auf Workshopebene werden keine Slam-Texte analysiert, sondern als Illustration, zur Imitation oder als Material für Simulations-Slams eingesetzt. Wie oder warum ein Slam-Text funktioniert, wird selten diskutiert . Auf der Produktionsebene werden weder kreative noch HP-orientierte Schreibaufgaben in Unterrichtsmaterialien initiiert. Die Ausnahme bildet Anders 2004, wo tendenziell HP-Methoden das Schreiben von Slam Poetry anleiten. Die Produktionsorientierung findet sich auch in Workshops wieder: „Eine Ein¬füh¬rung in Geschichte und Wesen des Poetry Slam steht am Beginn der Einheit. Diese wird hier nicht dargestellt, sondern kann anderen Quellen entnommen werden. Es ist wichtig, zu Beginn ablehnende Grundhaltungen gegenüber bestimmten Textsorten zu durch¬bre¬chen. Wir leiten unsere Kursarbeit mit folgender Aussage ein: „Sitzt ohne Vorurteile hier in einem Kurs, in dem wir eine mög¬lichst bunte Vielfalt ganz ver¬schiedener Texte schreiben möchten und für ganz verschiedene Ansätze offen sein wollen“. Die Umsetzung der Inhalte der drei folgenden Abschnitte folgt jeweils dem Schema 1. Präsentation von Beispieltexten. 2. Diskussion / Analyse der Beispieltexte, Vergleich mit anderen Texten. 3. An Merkmalen der Beispieltexte orientierte Schreibübungen. 4. Vor¬tra¬¬gen der Ergebnisse der Schreibübungen. 5. Diskussion der Ergebnisse der Schreib¬übungen.“ Auf Produktionsebene wird Slam Poetry durch kreative Schreibübungen, die einen publikumsorientierten Text zum Ziel haben, verfasst. Die Beurteilung der Produkte erfolgt durch eine Jury bzw. durch das gesamte Publikum und nicht nur durch eine Person, zum Beispiel den Lehrer. Notwendig wäre hier also, die Abstimmungsverfahren und die Kriterien gemeinsam auszuhandeln, und zwar vor dem Schreibprozess. . Slam Poetry erfolgt durch Rückgriff auf ein den Schüler/-innen bekanntes Format: Zeitlimit, Publikumsjury, kein Gesang und keine Kostüme, erfolgreiche Texte sind oft durch DVD, CD, MP3 und Anthologien bekannt. Die Regeln eines Poetry Slams sind zugleich die Produktionsbedingungen. Indem die Schüler diese Regeln befolgen, analysieren sie zwar keine fremden Texte. Sie setzen sich jedoch kognitiv mit einem seit zwanzig Jahren etablierten Format auseinander und planen Texte, die aufgrund bestimmter Merkmale (Pointe, Publikumsorientierung, Aktualität und Übertragbarkeit) innerhalb dieses Veranstaltungsformates „funktionieren“. Sie arbeiten produktionsorientiert im Sinne von analysierend, indem sie Stilrichtungen von Slam-Texten erkennen und – auf der Bühne – nachahmend, verfremdend oder erneuernd, auf jeden Fall aber handelnd damit umgehen. ((Beispiele)) ? Will Kacheln/ Lea-Rosa; Identität von Sebas/ Kakadu In diesen Beispielen ist der Einfluss des anleitenden Workshopleiters deutlich: ((Analyse der Beispiele)) Die Jugendlichen erhalten Rückmeldungen, ob sie zu nachahmend oder zu fern ab von „erfolgreichen“ Slam-Textmustern liegen, indem das Publikum bzw. die „Slamily“ Bewertungen bzw. Beurteilungen abgibt. Grundsätzlich muss etwas Eigenes entstanden sein (Regel 1: eigene Texte), dieses muss aber innerhalb des Veranstaltungsformates „ankommen“ (Regel 2: Publikum stimmt ab) und eine Wiedererkennung eines bestimmten Stils ist auch nicht unerwünscht, da dies die „Community“ stabilisiert. Slam Poetry ist eine mündliche Präsentation, in der Inhalt und Ausdruck zusammenfließen. Beurteilungskriterien für dieses direkte Zusammenspiel von Form und Inhalt gehen über Merkmale wie „deutliches Sprechen“ und „hat Blickkontakt gehalten“ hinaus, da gerade die Abweichungen von einer pragmatischen Redesituation den literarischen Wert des Auftritts ausmachen. Hier liegt die größte Herausforderung in der Bewertung. Durch Abstimmungsverfahren werden Inhalt und Performance nicht integrativ wahrgenommen: Wenn sich der Zuschauer überhaupt – wie in Frankfurt/M. – ausdrücklich mit beiden Textkonstituenten auseinandersetzen soll, dann erhält er Zettel mit zwei Spalten, in denen er getrennt Punkte aufschreibt. Bei diesem Modus wächst zwar die Aufmerksamkeit für die Performance, das Verfahren dividiert jedoch genau das wieder auseinander, was die Bühnenliteratur gegenüber anderen Literaturveranstaltungen so lebendig macht. Fazit: Slam Poetry findet den Mittelweg zwischen Kreativem und produktionsorientierten Schreiben: Der Schreiber ist frei in seiner Themenwahl und in der Form und entdeckt sich und die Umwelt neu, allerdings ist die Eigenproduktion durch Maßgaben des Veranstaltungsformates reglementiert: Fünf Minuten Länge, Publikumsorientierung und Wettbewerb mit anderen, oft bekannten Slammern wirken zugleich persönlichkeitsentfaltend und stilbildend. Auf eine literarische Vorlage wird verzichtet, doch gibt es bestimmte Merkmale, die einen Text(-vortrag) für die Bühne erfolgreich machen und an die der Slam-Poet – ähnlich wie der imitierende Schüler bei der Produktionsorientierung – anknüpft. Auch schnell und das erste Mal verfasste Slam-Texte ähneln sich in Aufbau und Machart und bilden – auch wenn der Schreiber keine Slam Poetry kennt – die gängigen Formate auf Slam-Bühnen (Storytelling, Rapoesie, Kabarettistisches, Lautmalerei, Freestyle, Selbstreferentielles) ab. ((vgl. Textauswahl))
1.7.07 12:50
 


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